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Schwitzen und staunen

Komme ich gleich zur Sache: Über acht Stunden wandern, mehr als 19km und über 1300 HM im Auf- und im Abstieg werden am Tag X nicht der Gruppen-Wanderung entsprechen. Dann werde ich abkürzen. Trotzdem wird gute Kondition und festes Schuhwerk von Vorteil sein, will man die Schönheiten der einmal mehr traumhaften Umgebung in vollen Zügen…

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Komme ich gleich zur Sache: Über acht Stunden wandern, mehr als 19km und über 1300 HM im Auf- und im Abstieg werden am Tag X nicht der Gruppen-Wanderung entsprechen. Dann werde ich abkürzen. Trotzdem wird gute Kondition und festes Schuhwerk von Vorteil sein, will man die Schönheiten der einmal mehr traumhaften Umgebung in vollen Zügen geniessen. Auf meiner heutigen Wanderung wollte ich einfach gleich das ganze Gebiet und (fast) alle möglichen Wege kennenlernen…

Die Wanderung (T2) starte ich in Pianellu, einem verlassenen 23 Seelen Dorf in den Bergen. Im Sommer verdopple sich die Bevölkerung dann, heisst es und früher seien noch über hundert Personen hier wohnhaft gewesen. Aber wie überall sterben die Alten weg und die Jungen zieht es in die Städte oder aufs Festland. Im Sommer herrsche hier aber für rund vier Monate Hochbetrieb. Pianellu ist schliesslich ein „Gite d‘ étape“ auf dem Weitwanderweg „Mare a Mare Nord“. Wir werden ja sehen. Derzeit geniesse ich auf jeden Fall die Einsamkeit und parke meinen Bus mitten auf dem Kirchplatz, der einzigen geraden Fläche… Das sei im Übrigen voll ok, wird mir vom Bäcker versichert, der hier mit seinem Kombi wie früher die Baguette ausliefert. Einfach abstellen, es gibt ja nichts Anderes. Auch gut. Ab hier geht es direkt zur Sache. Bereits nach ein paar Metern verlasse ich die Dörfer Pianellu und Poggia und das Gelände wird einladender. So gönne ich mir immer wieder den Blick über die Ostküste während ich durch den mehrheitlich von Kastanien geprägten lichten Wald wandere. Schon bald überquere ich einen veritablen Bach, gehe vorbei an der Chapelle St. Vincent und steige hoch zur Bergerie de Peri. Das Jodellied „Älpler si isch schön“ geht mir unweigerlich durch den Kopf. Einmalig, dieses Plateau und diese Fernsicht.

Nach einer ausgiebigen Pause folgt der Schlussanstieg auf die Punta die Caldane (1724 müM) und damit verbunden auch wieder ein paar Meter im Schnee. Menschen begegnen mir auch heute keine. Die schönsten Aussichtsberge, die besten Wanderbedingungen und keine Menschenseele unterwegs. Stattdessen herrscht in der Luft Hochbetrieb. Die Kolkraben scheinen sich einiges zu erzählen haben und die Rotmilane machen untereinander aus, wer Chef ist. Kurzweilig, diesem Schauspiel zuzuschauen.

Der Abstieg führt mich über den Pointe de l’Orsaja in einem grossen Bogen, man könnte auch Umweg sagen…, zurück auf den Weitwanderweg Mare a Mare Nord. Bevor ich diesen erreiche, quere ich einen grossen Talkessel voll verbrannter Erde. Eindrücklich der Geschmack nach Verbranntem, die angesengten und verkohlten Bäume und Sträucher. Eindrücklich aber auch, zu sehen, wie sich überall wieder neues Leben bemerkbar macht.

Der Weitwanderweg ist verhältnismässig gut gehbar, wenn nur die Wildschweine nicht dermassen hartnäckig alles auf den Kopf stellten. Bis zum Dorfeingang ist wieder volle Konzentration gefragt. Und dann? Freude herrscht! Die Beiz ist offen! Ein paar Dorfbewohner haben sich in der Zwischenzeit (privat) zu einem Drink eingefunden. Fragen kostet ja nichts… und so runde ich die Wanderung mit einem Bierchen und lustiger Gesellschaft ab. Zum Abschied werde ich reich beschenkt mit CD mit korsischer Musik. Diese begleitet mich auf der Fahrt zurück nach Corte, dem Sonnenuntergang entgegen. „Gspunnä!“

PS: Calvi bildet auch den Ausgangspunkt für die nächste Wanderung. Wenn auch Du Lust verspürst, mit mir Korsika zu entdecken, findest du hier alle Details zur Reise, inkl. Anmeldebutton. Bis bald 🙂


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