Über zehn Jahre standen die Lifte im Skigebiet San Bernardino still. Das 120-Seelen-Dorf im Misox kämpfte mit der Abwanderung. Der Blick bezeichnete den Ort vor Jahren gar als „das trostloseste Ski-Gebiet der Schweiz“. Damit ist nun Schluss! Im Sommer 2023 setzte die Bevölkerung ein klares Zeichen und sagte mit rund 80% JA zum geplanten Megaprojekt des Tessiner Unternehmers Stefano Artioli. 300 Millionen Franken sollen in den Ort investiert, San Bernardino zu einer Ganzjahresdestination ausgebaut und 400 Arbeitsplätze neu geschaffen werden. Was mancherorts zu zahlreichen Einsprachen führt und Widerstand auslöst, stösst hier auf Zustimmung. Dies nicht zuletzt deshalb, als im Ort im Wesentlichen die Infrastruktur bereits besteht und die Zonenplanung abgeschlossen ist. Es kann somit direkt mit Renovationen und Erneuerungsbauten begonnen werden und als Wandernde dürfen wir uns bereits heute darauf freuen, demnächst wieder einheimisches Mineralwasser trinken zu können. Der Ort lockt sowohl im Sommer als auch im Winter mit einmaligen Wandermöglichkeiten. Dafür braucht man gar nicht weit zu gehen, denn kaum verlässt man den Dorfkern wähnt man sich mitten im Paradies.

Winterrundwanderung über den Dächern von San Bernardino
In San Bernardino, Villagio steigen wir aus dem Postauto und wandern etwas nördlich auf die Kantonsstrasse. Nach dem Queren der Brücke über die Moesa biegen wir direkt links ab in die Strada del’Acuforta. Vor dem Gebäude ‚Fonte Minerale San Bernardino‘, der ehemaligen Mineralheilquelle, geht es gleich rechts in den (Winter-)wanderweg. Dieser steigt kurz überraschend steil an. Danach folgt der Gang über eine Ebene auf die Pròu de San Bernardino. Wir bleiben auf der Markierung des Wanderweges und steigen quer zum Hang hoch in Richtung Skilift. Nun haben wir die Strada de Acubona erreicht. Spätestens ab hier ist der Winterwanderweg nach Pian Cales bestens markiert. Auf Punkt 1796 haben wir die höchste Stelle der heutigen Winterwanderung erreicht. So bleibt Zeit, das zu neuem Leben erweckte Dorf in Ruhe von oben zu betrachten und, noch wichtiger, die Ruhe und Natur zu geniessen. Man glaubt es kaum, dass nur ein paar Meter entfernt auf der A13 täglich mehrere Tausend Fahrzeuge vorbeirauschen. Auf dem markierten Weg folgen wir nun weiter bis nach Frésgeira. Nach rund 600 Meter verlassen wir die Nebenstrasse bereits wieder, um über das Feld in Richtung Forcla und zum Lagn de Pian Doss zu wandern. Diesen zu umwandern lohnt sich auf jeden Fall. Nach einer kurzen Einkehr führt uns der gut markierte Weg zurück zum Ausgangsort.
TIPP: Einkehr im Hotel Ristorante Lido und bei einem wärmenden Tee den Blick auf den gefrorenen Lagn die Pian Doss geniessen.
TOP: Ausgiebiger Rucksack-Halt beim Hüttchen auf Pian Cales und die Ruhe geniessen.

PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!
