«Hoch in den Bergen, weit von hier,…» so beginnt der Kinderbuch-Klassiker «Schellen-Ursli». Auch wenn die Geschichte in diesem Jahr bereits den 80. Geburtstag feiern darf, kann man in den preisgekrönten Engadiner Dörfern noch jederzeit in Gedanken in jene Zeit abtauchen, als Selina Chönz das Buch schrieb und Alois Carigiet die Bilder dazu zeichnete. «Schon macht er sich schnell auf den Weg und fürchtet weder Weg noch Steg», heisst es im Buch. Anders als Ursli nehmen wir aber einen Rucksack mit auf unsere Winterwanderung. Diesen füllen wir mit warmen Wechsel-Kleidern und Sonnenschutz sowie warmem Tee und einer Zwischenverpflegung für den kleinen Hunger zwischendurch. Und selbstverständlich ziehen wir keine Nagelschuhe an sondern schnüren unsere warmen und festen Winter-Wanderschuhe, bevor wir uns auf den Weg machen.



Von Guarda über Ardez nach Ftan
Die Postautohaltestelle ‘Guarda, cumün’ ist Ausgangspunkt der heutigen Winterwanderung. Bevor wir aber das Dorf verlassen lohnt es sich, im Hotel Meisser das Schellenursli-Museum zu besuchen und sich im Museums-Kaffee zu stärken. Nun sind wir für den Abmarsch bereit! Wir nehmen den vom Hotel angelegten Einstieg auf den Winterwanderweg. Dieser führt direkt an der Terrasse vorbei auf das Trassee des Sommer-Wanderweges. Danach folgen wir dem gut markierten Weg über offenes Gelände nach Bos-cha. Ab da wandern wir auf der offiziellen, wenig befahrenen Strasse weiter talwärts in Richtung Ardez. Kurz nach der Hinweis-Tafel «Hexenplatten» auf Punkt 1570 m.ü.M. verlassen wir die Strasse wieder und folgen dem oberen Weg in Richtung Ftan. So wandern wir auf einem herrlichen Panoramaweg weit über den Dächern von Ardez weiter. Diverse Sitzgelegenheiten laden unterwegs ein, Pause zu machen, sich zu stärken und die positiven Kräfte der Natur auf sich wirken zu lassen. Bei Pradé steigen wir nicht ab nach Ardez sondern folgen der Beschilderung weiter nach Ftan. Vor dem Hotel Paradies biegen wir in den Wald und folgen nun dem Weg über die alte Mühle und den Hügel bis zur Haltestelle Ftan, cumün im Dorfzentrum. Im Halbstundentakt bringt uns der Bus an den Bahnhof Scuol-Tarasp. Die Wartezeit lässt sich dabei gut mit einer Einkehr in einem Café oder Restaurant vor Ort überbrücken, denn nach dieser (Familien-)Wanderung inmitten reinster Bergluft wird eines bestimmt wieder sein wie früher: «Der Ursli isst, soviel er kann. Die Eltern sehn sich glücklich an.»
TIPP: 1975 wurde Guarda mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Dies u.a. als Anerkennung für die Wahrung des einzigartigen Ortsbildes. «Seht euch das Haus von nahe an: Alt ist’s und Bilder sind dran.» Es lohnt sich, das Dorf wirken zu lassen.TOP: Das Panorama, die Stille unterwegs und die frische Unterengadiner Bergluft sind unschlagbar.

PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!
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