Das sonnige Winterwetter mit kaum Niederschlag macht es schwer, geheimnisvolle, mystische Winterwanderungen ausfindig zu machen. Doch in der Surselva werde ich fündig. So mache ich mich mit dem öV auf den Weg nach Siat. Ausgangs Dorfes erwartet mich bereits die erste Besonderheit: Die St. Luziuskirche. Die katholische Kirche wurde 1656 neu konzipiert und durch Hans Ardüser mit eindrucksvollen Wandmalereien geschmückt. Der Jakobsweg Graubünden, welcher, wie auch der Senda Sursilvana, ebenfalls über diesen Wanderweg führt, scheint richtig angelegt zu sein. Sehenswürdigkeiten wie die soeben besuchte Kirche laden unterwegs zum Nachdenken und Sinnieren ein. Der Bergwanderweg verlangt dabei keine besondere Aufmerksamkeit. Er ist gut markiert und ausgebaut und führt mich direkt nach Ruschein und danach leicht ansteigend nach Ladir. Dort treffe ich nach einer guten Stunde Marschzeit ab Siat ein. Angenehm, dass hier das erste Gasthaus mit grosser Sonnenterrasse zu einer Pause einlädt. Gemütlich folge ich nun dem nur noch geringe Auf- und Abstiege aufweisenden Weg weiter in Richtung Falera. Dabei erfreue ich mich an den eindrücklichen Gipfeln der Signina-Gruppe auf der gegenüberliegenden Talseite und dem Blick in Richtung Val Lugnez und Valser Tal. Viel zu schnell erreiche ich dabei das Tagesziel Falera. Wer schon einmal in Falera ist, soll die Zeit dabei unbedingt nutzen, der Megalithischen Kultstätte Parc La Mutta einen Besuch abstatten!

Grösste Megalithenanlage der Schweiz
Bereits um 1800 – 1300 v.Chr. war Falera besiedelt. Im Raum Muotta – Planezzas wurde die erste Siedlung aus der frühen und mittleren Bronzezeit nachgewiesen. Heute noch bringen uns die Menhir-Steinreihen und das Megalithenzentrum zum Staunen. Hier wurde ein Zentrum geschaffen, welches Astronomie, Mathematik und Kult verbindet. Eine Steinreihe aus 3 Menhiren und 4 liegenden Steinen weist zur Zeit der Tagundnachtgleiche (20. März & 22. September) eine Linie zum Sonnenaufgang. Schon bald ist es soweit. Das besondere Schauspiel lässt sich mit eigenen Augen sehen und erleben. Mystisch, was diese Menschen vor rund 3500 Jahren ohne moderne Hilfsmittel zustande brachten. Auf einem der zahlreichen Bänkchen kann über die früheren Zeiten sinniert oder die Aussicht genossen werden, bevor es zurück ins Zentrum geht. Halbstündlich bringt uns ab da ein Postauto zurück nach Chur.

TIPP: Besichtigung des Parc La Mutta bei der Kirche St. Remigius, Falera, mit seinen Siedlungsspuren die bis zur Bronzezeit zurückführen.
TOP: Die Einkehrmöglichkeiten! In Ladir lädt das Ausflugsrestaurant ‚La Terrassa‘ zu einer Zwischenverpflegung ein und in Falera empfiehlt sich ein Besuch im Restaurant Casa Seeli, direkt neben dem Volg und der Postautohaltestelle ‚Falera, Volg‘ gelegen.

PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!
