Archaisches Tavignonatal!

Laut Meteo sei es heute bald vorbei mit dem sonnigen Wetter. Eine ausgeprägte Störung sei im Anzug mit viel Regen und in der Höhe Schnee. Doch die charmante Kellnerin gibt mir beim Frühstück zu verstehen, dass es kein schlechtes Wetter gebe, nur schlechte Kleider. Und im Übrigen, wenn sie so zum Fenster raus schaue, sei sie der Meinung, dass die Wolken nur wenig Regen bringen werden. Hmm, wem mehr vertrauen? Ok, ich wage es und erkundige gleich vom Hotel in Corte aus das Tavignanotal. Und ich bereue meinen Entscheid keine Sekunde! DAS ist nun mal ein wunderschönes Tal! Archaisch kommt es daher. Ich habe das Gefühl, in eine andere Welt ab- und einzutauchen.

Vorbei an Oliven-Bäumen zieht der gepflegte Weg ins Tal. Corte ist schon bald ausser Sicht. Der Weg wird steiniger und die Landschaft wechselt ihren Charakter. Wild wird es, als ob noch nie ein Mensch hier seinen Fuss hingesetzt hätte. Und dann entdecke ich eine Abzweigung, die mich durch einen etwas versteckten Weg noch näher dem Tavignano entlang wandern lässt. Herrlich das rauschen des Baches, das Zwitschern der Vögel und ab und zu wie aus dem Nichts eine der mageren korsischen Kühe, welche ihr Kalb kaum sichtbar in der Macchia versteckt hält. Natur pur.

Der Fluss Tavignano lädt ein zu allerlei fotografischen Elementen und „beinahe Taucher…“ Aber alles gut gegangen. Die Kamera bleib trocken und das ist doch das Wichtigste 😉 Über ein Felsplateau erreiche ich wieder den offiziellen Weg und folge diesem weiter ins Tal bis ich den „Ponte di u Russulinu“ erreiche. Endstation meiner Wanderung, denn hier kann man am und im Fluss stundenweise verweilen und eine gefasste Quelle hat es im Übrigen auch, um bei warmen Temperaturen sicher den Durst stillen zu können. Tatsächlich begegne ich heute drei (!) Personen auf meiner Wanderung. So viele auf einmal wie ich die ganze Woche über nicht angetroffen hatte. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass das Tal nicht nur mir als „Geheimtipp“ bekannt ist und in der Saison gut besucht sein wird. Wir werden sehen. Auch wenn der Rückweg mehr oder weniger demselben Weg wie der Hinweg folgt, so ist dies keineswegs langweilig. Die Landschaft wirkt noch einmal völlig neu und die Felsen geben immer wieder neue Einblicke preis. Ich bleibe dabei: „La Corse – c’est l’île de beauté“ oder frei übersetzt „Korsika – Juwel im Mittelmeer„.

PS: Meine Reko-Wanderungen auf Korsika sind nun abgeschlossen. Es wird eine wu(a)nderbare Woche werden! Wenn auch Du Lust verspürst, mit mir Korsika zu entdecken, findest du hier alle Details zur Reise, inkl. Anmeldebutton. Bis bald 🙂


Entdecke mehr von Wunderlust

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Michael Meier

Zu Fuss unterwegs im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei Sonne, Regen oder Schnee mit und ohne Schneeschuhen. Ganz egal. Wichtig ist mir, mit frischem Geist und offenen Augen meine (Um-)Welt immer wieder neu zu entdecken und zu erleben. Die Foto-Kamera begleitet mich dabei, das Erlebte bildlich festzuhalten, um dann und wann einen Blog zu verfassen. Schön, wenn sich dadurch zahlreiche naturbegeisterte Menschen für eine geführte Wanderung mit mir motivieren lassen.