Gefahren lauern überall

2020 gerieten insgesamt 3471 Berggänger*innen in eine Notlage oder verunfallten. Das sind so viele wie in keinem Jahr zuvor, wie die Unfall-Statistik des SAC für das vergangene Jahr zeigt. Der Anteil der verunglückten Berwanderer betrug dabei 1172 Personen konnten gesund oder nur mit leichten Blessuren gerettet werden. 180 Personen verloren ihr Leben, davon 47 infolge einer Erkrankung und meist wegen eines Kerz-Kreislauf Problems.

Der Anteil der verunfallten Bergwanderer betrug 47%. Hochtouren-Gänger folgen mit einem Anteil von 13% auf Platz 2. Danach folgen die Skitouren-Fahrer mit 7%. Die Gruppe der Bergwanderer führt die Statistik also unangefochten an…

Interessant wird die Statistik, wenn man die Ursachen der Notfälle genauer anschaut: 52% verunglückten durch einen Sturz/Absturz. Mit 25% an zweiter Stelle folgen Blockierungen. Als Blockierung werden alle Notfälle bezeichnet, bei denen Berggänger*innen infolge Erschöpfung, Überforderung, Materialverlust oder anderen Missgeschicken nicht mehr in der Lage sind, ihre Tour aus eigener Kraft weiterzuführen oder abzubrechen. In der Regel sind die Betroffenen unverletzt.

Mehr als ein Drittel der tödlichen Bergunfälle passierten auf Wegen / Pfaden. Wandern ist also deutlich gefährlicher, als gemeinhin angenommen und soll entsprechend ernsthaft ausgeübt werden. Auf einer im Prinzip ganz gemütlichen Rundwanderung von Seewis Dorf über Grüsch und Fanas zurück nach Seewis Dorf konnte ich dies Anfang April selber wieder einmal 1:1 erleben:

Das Gras war am Morgen leicht gefroren und entsprechend rutschig. Auch Bergschuhe mit gutem Profil waren da nur bedingt eine Hilfe. Sobald sich die Sonne zeigte, weichte sich der Boden auf und der Dreck klebte an den Schuhen. Der Halt blieb entsprechend mässig. Die nächste Gefahr lauert an Schatten-Hängen im Wald. Der Schnee lag teils unter dichtem Laub versteckt und war recht stark gefroren. Als Wanderer war nicht sofort ersichtlich, wie rutschig der Untergrund ist. Danach folgen durch Steinschlag und Lawinen verschüttete Wegabschnitte und sogar die Ketten hängten an teils ausgerissenen Verankerungen. Trittsicherheit war erforderlich und die ansonsten so friedliche Tour erforderte eine stark erhöhte Aufmerksamkeit. – Eine prüfenswerte Alternative wäre gewesen, auf den farbigen Stühlen unterhalb der Burg eine Rast einzulegen, die Frühlingsblumen genauer zu studieren und den Vögel zu lauschen. Gemütlich, ok, aber natürlich nur halb so viel Action 😉

Michael Meier

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