Über den Leiterliweg

…oder: „Gwunderi on tour“. Wäre vielleicht treffender als Titel für diesen Ausflug gewesen. Den Lidisweg kenne ich mittlerweilen ja bestens. Und die Gämsen liessen sich von mir leider nicht überraschen. Also versuche ich es heute auf einem neuen Weg, mit dem Ziel, den Wind anders im Gesicht zu spüren. Der Leiterliweg wurde „anno domini“ vom Militär eingerichtet, als der Fläscher Berg im Reduit-Denken fester Bestandteil der militärischen Landesverteidigung war. Dieser Weg bietet sich also an, an diesem doch recht frischen Vormittag eine seit Jahren nicht mehr begangene Route zu gehen.

Im Fläscher Bad stelle ich den Bus ab. Wandermässig und windfest ausgerüstet nehme ich den Anstieg durch den Neuwald unter die Füsse. Einmal herrlicher Rückenwind und man könnte in Versuchung kommen, das etwas abzuziehen, dann wieder Wind von vorne und jeglicher Gedanke an Tenue-Erleichtung ist dahin. Wetter wie es mir gefällt! Nach 300 HM und etwas mehr als 3 km wird der Forstweg zu einem richtigen Wanderweg und schon bald entdecke ich den Wegweiser „Leiterliweg“. YES. Der Weg windet sich unter den Felsen hoch in Richtung Lida und plötzlich stehe ich vor dem Eingang einer ehemaligen Festung. Subito eintauchen. Wer weiss, was sich da alles im Inneren verbirgt? Eine Schatztruhe habe ich keine gefunden. Stattdessen Schiessscharten mit spannendem Lichteinfall. Welche Szenarien sich das Militär da oben wohl ausgedaht hatte? Mitten im Buchenwald…?

Ein paar Meter weiter stehe ich vor der Leiter. Wow, echt cool da oben. Dieser Blick über das Tal und der Hauch von Abenteuer am Fusse der Leiter. Der Luft wird stärker… und es lohnt sich, meinen Hut richtig zu sichern und Windjacke und -hose zu montieren, bevor ich über den Grat gelange. Nun wird es richtig zügig – und mein zufriedenes Lächeln breitet sich über das Gesicht. So liebe ich es in der Natur!

Über die Mattheid und oberhalb des Mozentobel führt mich der Weg in den Neuwald und durch diesen zurück zum Ausgangsort. Eine abwechslungsreiche, kurzweilige 3-stündige Wanderung hat den Tag bereichert.

Übe, übe deine Kräfte! Was nun schwierig erscheint, wird letztendlich Routine werden

(Georg Christoph Lichtenberg, deutshcer Philosoph, Physiker, Schriftsteller und Begründer des deutschsprachigen Aphorismus)

Nachtrag:
Am Ziel eine interessante Begegnung mit Patrick Meyer gemacht. Er war auf dem Weg zum Profi-Snowboarder, als ihn ein Unfall und damit verbunden eine inkomplette Querschnittlähmung dazu zwang, sein Leben völlig neu zu gestalten. Aktuell entwickelt er eine Art „Wheel-Wakeboard“. Details auf seiner Homepage. Viel Kraft weiterhin!

Michael Meier

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