Rund um den Pfäffikersee

Landschaft von nationaler Bedeutung

Der Pfäffikersee im Zürcher Oberland ist ein Überbleibsel aus der letzten Eiszeit. Als sich der Linthgletscher langsam aus dem Mittelland verabschiedete und sich ins Glarnerland zurückzog, hinterliess er eine grosse mit Eis bzw. Wasser gefüllte Wanne. Würde der See nicht regelmässig mit frischem aus dem Chämtnerbach mit frischem Wasser versorgt, wäre dieser natürlich längstens ausgetrockent. Der Abfluss liegt interessanterweise auf derselben Seeseite. Dies mag wesentlich dazu beitragen, dass das Robehuserriet als Landschaft von nationaler Bedeutung seit 1977 unter Naturschutz steht.

See mit Atemnot

Der Pfäffikersee weist nach dem Greifensee den zweithöchsten Siedlungsanteil im Einzugsgebiet aller grossen Schweizer Seen auf. Daneben ist dieses geprägt von einem hohen Anteil landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen. In der Folge nahm die Sauerstoffkonzentration im Wasser ständig ab. Die obersten rund 3 1/2 Meter des Gewässers waren noch mit Sauerstoff versorgt. Die restlichen 90% waren tot mit entsprechend fatalen Folgen für die Vegetation. Eindrücklich. Erst 2011 konnte der Betrieb der „Zirkulationsunterstützungsanlage“ eingestellt werden. Falls die aktuelle Modellrechnung des BAFU aus dem Jahre 2016 zutreffen, könnte mittelfristig ein Zustand mit ganzjährig sauerstoffhaltigen Verhältnissen im Tiefenwasser erreicht werden, wie das vor 1910 letztmals der Fall war.

Gemütliche Rundwanderung

Ausgangspunkt meiner Rundwanderung bildetet der Parkplatz beim Bad in Auslikon. Ideal auch, um eine Nacht auf dem Camping-Platz zu verbringen – sofern man im Zelt schläft… Für Motorfahrzeuge ist der Platz gesperrt. Über Seegräben führt der rund 8. 7 km lange Ausflug dem See entlang nach Pfäffikon. Sowohl in Seehalden als auch im Naturzentrum in Pfäffikon besteht die Möglichkeit, sich kioskmässig zu verpflegen. Immer wieder kann über Stege „auf den See“ gegangen werden. Diese Plätze laden ein, nebst den Beinen auch die Seele etwas baumeln zu lassen und den einmaligen Blick über den See zu geniessen.

In Pfäffikon wird es für einen Moment deutlich zivilisierter. Die Uferpromenade erinnert an eine Grossstadt und ist auch entsprechend belebt. Kein Wunder: Schliesslich findet man hier einen riesen grossen Spielplatz, Verpflegungs- und Boots-Miet-Möglichkeiten sowie interessante Details zum ehemaligen Pfahlbauten-Dorf (UNESCO-Weltkulturerbe!) Nach rund 500 Meter ist der Spuck vorbei und ich befinde mich wieder im Grünen. Vorbei am Römischen Kastell laufe ich durch eine herrlich beruhigend wirkende Landschaft zurück zum Ausgangspunkt.

Übernachten ist für mich heute kein Thema. Dennoch geniesse ich den Blick über den See bei B,B&B vor dem Bus und mache mir so meine Gedanken über unserer Gesellschaft: Es wäre so friedlich, würden wir uns alle rücksichtsvoll und nachhaltig in diesem begrenzten Lebensraum bewegen.

"Indem wir das Wohl der Anderen anstreben, fördern wir auch unser Eigenes."
(Platon, griechischer Philosoph)    

Michael Meier

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