Steinige Angelegenheit

Die heutige Wanderung führt uns von San Piero in Campo in einem grossen, 5 1/2stündigen Bogen zurück an den Ausgangsort. Unterwegs gibt es allerdings allerlei zu entdecken. So ist es, wie auf jeder Wanderung, erst einmal spannend, überhaupt den richtigen Weg aus dem Ort und den Einstieg in die Tour zu finden. Die rot-weissen Markierungen sind wie bei einer Schnitzeljagd an den Häusern versteckt. Dabei führen sie durch Gassen und Gässchen und irgendwann tatsächlich aus dem Dorf. Geschafft. Doch wo bleibt nun der beschriebene Fussballplatz? Ok… gefunden. Doch von einer (ehemaligen?) Fussball-Nation hätten wir schon mehr erwartet. Nun, mich über Fussball auszulassen, masse ich mir nicht wirklich zu und so freue ich mich schon bald über die nächste Kulisse: Ein Steinbruch.

Passend zum heutigen Thema „Via dei Graniti“. Früher sei Granit einmal das Haupt-Exportgut von der Insel gewesen. Gröber anstrengend muss diese Arbeit dazumal gewesen sein, um die bereit gestellten Granit-Klötze nach Seccheto zu schleifen und zu verschiffen. Um Stein dreht es sich auch in der Steinhütte. Darin sei früher auch Käse hergestellt worden und die Bauweise sei derart konzipiert, dass der Stein auch Regen ziemlich gut fern halte. Mag sein. Der Boden im Inneren war auf jeden Fall sehr trocken.

Heute sind die Steinbrüche weiterhin in Gebrauch, wenn auch nicht mehr so herzhaft, wie früher, wenn ich die Bilder richtig interpretiere. Wir folgen weiter den nächsten Wegweiser, um einen Weg durch das zum Teil meterhohe (!!!) dornige (!!!) Gestrüpp zu finden. Wildschwein- und Mufflon-Spuren zuhauf. Doch nur die Mufflon lassen sich auf Granit-Blöcken blicken. Ein herrliches Bild!

Die Früchte vom Erdbeerbaum sind nicht nur eine wahre Augenweide sondern auch eine willkommene Stärkung. Nur zu gerne hätten wir auch von den reifen Orangen und Zitronen ein Versucher genommen. Aber halt, das wäre ja Mundraub gewesen. Doch ehrlich gesagt, hielten mich bzw. noch mehr Anita vielmehr die unzähligen Wachhunde in den Gärten davon ab, der Versuchung nachzugeben. So stärkten wir uns mit den mitgetragenen getrockneten Bananen und amüsierten uns über das sicher deponierte Schiff. Unsichere Zeiten verlangen unkonventionelle Massnahmen. Aber ein Anstieg des Meeresspiegels gleich auf 200 Meter erachten wir dennoch als etwas gar pessimistisch. Wir freuen uns auf jeden Fall darüber, unser Auto wieder trockenen Fusses zu erreichen.

Michael Meier

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