Via Spluga (5/5): Säumern war nicht ohne!

Die vierte Etappe nehmen wir ganz entspannt. Es geht ja mehrheitlich talwärts. Das, schon, aber… Mit 19 Kilometern ist es die längste der vier Etappen und nebst den 1250 HM Abstieg sind ‚irgendwo‘ noch 320 HM Aufstieg versteckt. Und klar: Das Gute kommt immer am Schluss! So natürlich auch heute. Doch dazu später mehr.

Nach einem einfachen italienischen Frühstück wandern wir dem Lago di Isola entlang. Dabei geniessen wir die Ruhe, den frischen Morgen und die angenehme Temperatur. So lässt sich wandern. Doch bereits nach der Staumauer ändert das Gelände abrupt. Jetzt sind wir doch froh um die Wanderstöcke.

Die Regenfälle der letzten Tage haben auch hier ihre Spuren hinterlassen. Kleine Murgänge sind hier niedergegangen und im Bachbett des Liro liegt nebst allerlei weggeschwemmten Abfall unglaublich viel Holz. Unwetter schwemmt so einiges an den Tag. Die Landschaft ist allerdings wunderbar wandernswert. In Campodolcino lassen wir den Kaffee-Halt bewusst aus. Zu früh. Es folgen ja noch diverse Dörfer bis Chiavenna. Das schon. Nur entweder ohne Beiz oder geschlossen oder das Dorf liegt auf der anderen Bachseite. Und so wird es dann doch noch eine längere und vor allem je weiter wir absteigen eine deutlich heissere Wanderung. Wasser aus dem Rucksack ist ja gut und recht, aber für den Geschmack wäre etwas aromatischeres schon auch nett gewesen.

Und dann, als wir die ersten Häuser von Chiavenna entdecken und uns freuen auf den Schlussspurt kommt es: Die Steigung! Im vollen Ernst führt der Weg nun noch einmal in die Höhe, um einen grossen Bogen über Chiavenna zu machen und dann über unzählige Treppen ins Zentrum zu führen. Doch dann ist es geschafft. Nach 68 km Fussmarsch erreichen wir stolz und mit erhobenem Haupt das Ziel der Weiterwanderung Chiavenna. Bewundernswert was die Säumer in früheren Tagen für harte Arbeit geleistet hatten. Notabene noch ohne derart gute Ausrüstung, schöne Unterkünfte und mehrheitlich bestens ausgebauten Wegen. Auch auf sie stossen wir an…

Chiavenna

PS: Falls du in den letzten Tagen Lust bekommen hast, an einer geführten Wanderung mit mir teilzunehmen… Anruf genügt! Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits vom 14. – 17. Juli. Täglich steht die Schesaplana auf dem Programm. Treffpunkt jeweils um 8 vor der SAC Hütte. Anmeldung bis am Vorabend.


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Michael Meier

Zu Fuss unterwegs im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei Sonne, Regen oder Schnee mit und ohne Schneeschuhen. Ganz egal. Wichtig ist mir, mit frischem Geist und offenen Augen meine (Um-)Welt immer wieder neu zu entdecken und zu erleben. Die Foto-Kamera begleitet mich dabei, das Erlebte bildlich festzuhalten, um dann und wann einen Blog zu verfassen. Schön, wenn sich dadurch zahlreiche naturbegeisterte Menschen für eine geführte Wanderung mit mir motivieren lassen.