Via Spluga (4/5): Wild romantische Königsetappe

Die dritte Etappe der Via Spluga führte uns von Splügen über den Splügenpass nach Isola, Italien. Unglaublich kurzweilig, romantisch und schön war die heutige Wanderung über die Alpen. Alpenrosen so weit das Auge reichte begleiteten uns auf dem ganzen Weg. Eine wahre Pracht. Und den Lago di Montespluga habe ich wohl noch nie mit so viel Wasser angetroffen. Eine bessere Kulisse für Werbeaufnahmen für den Themenweg kann man sich definitiv nicht vorstellen. Einfach Hammer! Dazu kam, dass wir, trotz hervorragenden Wanderbedingungen, weiterhin mehr oder weniger alleine auf weiter Flur waren. Von Dichtestress keine Spur…

Wenn man auf der Wanderung bedenkt, dass diese Verbindung früher intensiv mit Maultieren, Pferden und Karren als Säumerweg benutzt wurde, begeht man den Weg deutlich ehrfürchtiger. Auf der Schweizer Seite geht es ja schon ziemlich gerade auf den Pass hoch. Doch der Säumerweg auf der italienischen Seite in der Cardinello-Schlucht setzt noch einen drauf. Die Wege sind derart eng, dass auf dem Weg bereits ‚Hunderte von Soldaten, Pferden und Maultieren ihren Tod fanden‘, wie man auf den Info-Tafeln am Wegesrand lesen kann.

Wir stürzen glücklicherweise nicht ab sondern geniessen den sonnigen Tag mit diversen Pausen und erreichen Isola gut gelaunt. Nichtsahnend steigen wir im Albergo Cardinello ab. Auf einer kleinen Führung vor dem Nachtessen erfahren wir dann vom Chef persönlich, in welch historischem Gebäude wir einquartiert seien. 1722 sei hier die Umladestation gewesen. Hier bei diesem Gebäude habe die Strasse von Chiavenna geendet und der Säumerweg begonnen. Und in der altehrwürdigen Original-Stube wird uns dann ein traditionelles einheimisches Essen serviert. Einmalig, in dieser Ambiente zu dinieren. Bei einem Spaziergang am Lago di Isola lassen wir dann den ereignisreichen und beeindruckenden Tag noch einmal Revue passieren. Morgen geht es weiter nach Chiavenna, der Kleinstadt in Sondrio, die für ihren historischen Stadtkern und ihre feinen Restaurants bekannt ist. Aufstehen lohnt sich also bestimmt!


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Michael Meier

Zu Fuss unterwegs im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei Sonne, Regen oder Schnee mit und ohne Schneeschuhen. Ganz egal. Wichtig ist mir, mit frischem Geist und offenen Augen meine (Um-)Welt immer wieder neu zu entdecken und zu erleben. Die Foto-Kamera begleitet mich dabei, das Erlebte bildlich festzuhalten, um dann und wann einen Blog zu verfassen. Schön, wenn sich dadurch zahlreiche naturbegeisterte Menschen für eine geführte Wanderung mit mir motivieren lassen.