Zum Abschluss dieser einmaligen Wanderwoche wartete noch einmal ein hartes Stück Arbeit auf uns. Schliesslich will das feine Abendessen im Restaurant Le Chalet wohl verdient sein… Abenteuerlich ging es bereits ausgangs Calvi zu und her. Der Bus bog in eine Naturstrasse ab. ‚Das darf doch nicht wahr sein‘, sagte ich mir und wurde ganz leicht nervös. Gemäss meinen Recherchen ist eine geteerte Strasse zu erwarten. Nach ein paar hundert Metern dann die Erleichterung. Der Belag wechselte und wir fuhren entspannt weiter. Der Chauffeur meinte dann, das sei bestimmt mit Absicht so gemacht, um die Touristen fern zu halten. Wie dem auch sei: Am gewünschten Ort verliessen wir den Bus, um gleich darauf in tiefste Macchia einzutauchen. Nun gefällt es mir wieder. ‚DAS ist Korsika!‘, geht es mir durch den Kopf.



Auf anspruchsvollem Weg mit mal kleineren, mal grösseren Steinen wandern wir bergwärts. Als ob dieser stete Wechsel der Schrittgrössen nicht schon Herausforderung genug wäre, kommt erschwerend dazu, dass es über Nacht teils auch noch intensiv geregnet hatte. Der Granit wäre wieder griffig, doch die darauf wachsenden Flechten sind noch feucht und unberechenbar. Höchste Konzentration ist also gefragt. Dennoch erreichen wir rund zwei Stunden später den Gipfel ‚Capu di a Veta‘ (703m). Das erste Kreuz wurde im Übrigen 1969 von Bergsteigern des Österreichischen Alpenvereins aufgestellt. Daher sprechen die Einheimischen auch gerne vom ‚Croix des Autrichiens‘ und nicht vom ‚Capu di a Veta‘. Österreicher und Deutsche waren es, die den Alpinismus nach Korsika brachten. Die Korsen konnten mit dem Alpinismus erst mal nichts anfangen. Nebst dem Gipfelkreuz erfreuen wir uns auf jeden Fall an der grossartigen Sicht über den Golf von Calvi und diskutieren angeregt, ob man ganz im Norden nun die Spitze des Fingers von Korsika sehe oder nicht. ‚Korsika – Insel der Schönheit‘ heisst nicht einfach so ‚Île de beauté‘.
Trittsicherheit und behutsames konzentriertes Gehen war auch im Abstieg zur Notre Dame de la Serra gefragt! Die schützenden Arme der Jungfrau Maria bei der Wallfahrtskirche schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. ALLE erreichten das Ziel unfallfrei. Und frisch geduscht lautete der Tenor beim Nachtessen unisono, dass die heutige Wanderung eine der schönsten gewesen sei… Wandern auf Korsika ist wunderschön aber definitiv anspruchsvoll.

PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!
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