Drachen und Tiger sind es, die mich heute in und durch den Tag begleiten. Schaut man sich nämlich die Bretagne auf der Karte an, erinnert sie einen an einen Drachenkopf, der mit geöffnetem Maul in den Atlantik hinausstarrt. Nicht als Drachen aber doch etwas besonderer Natur entpuppt sich „Bécassine„, zu deutsch ‚Schnepfe‘, eine französische Comicfigur: Diese erschien zum ersten Mal in der ersten Ausgabe des Mädchenmagazins La Semaine de Suzette am 2. Februar 1905. Dabei verkörperte sie das typische naive Dienstmädchen aus der Bretagne, das in die grosse Stadt Paris gezogen war – und damit stark das Image der Bretonen formte. Die Comicfigur wurde so erfolgreich, dass die Geschichten um Bécassine regelmässig erschienen. Die Französische Post veröffentlichte im April 2005 gar eine Briefmarke mit dem Abbild von Bécassine – zum hundertjährigen Bestehen. Mehrere bretonische Verbände protestierten allerdings dagegen, weil sie in dieser Figur eine Herabsetzung ihrer Region sahen. Der Drache scheint zum Leben geweckt worden zu sein.



Solche und viele weitere Geschichten erfuhren wir von der Reiseleiterin Karin Meier im Bus auf der Anfahrt nach Ploemel, einem Vorort von Aurey. Hier im Landesinneren wandern wir dann durch geheimnisvolle Eichenwälder und treffen auf Orte, die von Druiden der heutigen Generation fest im Griff zu sein scheinen. Doch was ist denn eigentlich ein Druide? Mona Brass, Druidin seit 1985 erklärt es im Interview auf http://www.actu.fr so: « Chez les Celtes, le druide était l’équivalent de ce qu’on pourrait appeler un universitaire, dans le sens étymologique « très savant ». Les druides étaient magistrats, astrologues, astronomes, médecins, diplomates, poètes, conseillers du roi ou encore généalogistes. Ils sont féminins ou masculins, sans distinction. So muss es gewesen sein, wenn wir uns an ihrer Pilgerstätte mitten im Wald umsehen. Von allem ein bisschen anzutreffen. Nach diesen Eindrücken im Wald wandern wir weiter, geniessen die herrliche Stimmung im Wald und das Gezwitscher der Vögel. Erholung pur!



Im Anschluss an die gemütliche Wanderung haben wir uns eine Stärkung verdient. Diese genehmigen wir uns in Auray. Auray ist eine Stadt mit rund 14’000 Einwohnern . Sie verfügt über ein äusserst charmantes Hafenviertel, das an einem Pfingstmontag allerdings rege besucht wird. Alle scheinen dort essen zu wollen wo im Dezember 1776 der Dreimaster mit Benjamin Franklin an Bord angelegt hatte… Mangels Platz in einem der zahlreichen Restaurants mache ich gerne einen Abstecher in Richtung des heutigen Zentrums. Nebst einem Markt finde ich dort eine gemütliche Beiz und es wird mir rasch ein lauschiges Plätzchen zugewiesen.
Wandern, essen, trinken und etwas Kultur. So macht Reisen Spass! Und was hat dies alles mit dem Tiger zu tun? Nichts. Doch manchmal entpuppen sich Frühstückstisch-Geschichten einfach derart kurzweilig, dass sie einen den ganzen Tag über begleiten und nun einmal im Blog erwähnt werden müssen. Der Tiger war nämlich der zivil reisende Polizist auf Langstrecken-Flügen. Und dieser war stets diskret und unerkennbar auf Platz 3B anzutreffen. Solche Sachen erfährt man nur auf einer Gruppenreise mit Baumeler 😉

PS: Mehr zu meinen geführten Wanderungen für Baumeler findest du hier. Und falls du mal eine individuelle, geführte Reise mit mir unternehmen möchtest… Anruf genügt!
