Bevor man im 19. Jahrhundert eine Fahrstrasse durch die Zügenschlucht anlegte, gab es zwischen Davos Glaris und Wiesen eine Wegverbindung, die von Ardüsch kontinuierlich ansteigend auf der rechten Talseite des Landwassers verlief und nach dem Steigrügg in Kehren nach Wiesen hinabführte. Dieser Alte Zügenweg scheint bereits in der Burgenzeit rege begangen worden zu sein. Die Davoser nutzten ihn, um den Freiherren von Vaz auf der Burg Belfort ihre Zinsen abzuliefern oder auf der Burg Zuflucht zu suchen. Als Davos 1436 zum Hauptort des Zehngerichtebundes wurde, wurde der Alte Zügenweg gar zur wichtigen Verbindung von den Nachbargerichten mit Davos. Über diesen geschichtsträchtigen Weg führt uns die heutige Familien-, Genuss-, Kultur-Wanderung talauswärts.

Am Treenetrügji vorbei talauswärts
Am Bahnhof in Davos Glaris überqueren wir die Landwasser und begegnen einem ersten klassischen Walser-Haus. Von diesen treffen wir auf dem weiteren Weg noch mehrere an. Sie sind Zeitzeugen dafür, wie vor über 600 Jahren die Walser auf diesem Weg begannen, Davos zu besiedeln. Die Kirche St. Nikolaus in Glaris ist ein weiteres Bijou dieser längst vergangenen Zeiten. Doch so idyllisch ging es damals längst nicht zu und her. Beim ‚Treenetrügji‘ erfahren wir gleich mehr über die damals harten Zeiten. Das Trügji erreichen wir über den Sädel und Ardüsch. Manche Davoser Familien waren sehr kinderreich und das Auskommen reichte oft nicht für alle. So sahen sich viele junge Leute gezwungen, nach Amerika oder Russland auszuwandern. Der alte Zügenweg war früher der bequemste Weg, um Davos zu verlassen. Die Auswanderer wurden dabei meistens bis ‚usser Ardüüsch‘ von den Angehörigen begleitet. Hier warfen sie einen letzten Blick auf ihr Heimattal zurück und winkten ihren Liebsten noch einmal zu. So mancher war danach froh, im klaren Wasser von ‚Treenetrügj‘ die Augen kühlen zu können. Auf dem gut ausgebauten Forstweg wandern wir weiter durch den Zügwald. Dann geht der Weg in einen Bergwanderweg über. Dieser führt angenehm leicht ansteigend durch den Steigwald, um dann über die erwähnten Kehren nach Wiesen zu führen. Auf unserer Wanderung folgen wir stets der Markierung ‚789 Alter Zügenweg‘. Es lohnt sich, den Weg nicht abzukürzen und so Davos Wiesen einmal von einer gänzlich anderen Seite zu begegnen.

TIPP: Zahlreiche Bänkli laden zum Verweilen ein. Der schönste (Grill-)Pausenplatz für Familien liegt aber am Bach im Sagaloch zwischen Alt Saga und Rütländji.

TOP: Das Züga-Beizli am Bahnhof in Davos Wiesen. Freundlich und charmant werden hier hervorragende selbstgebackene Köstlichkeiten angeboten.
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Eckwerte zur Tour: Wanderzeit: rund 3 1/2 h (zzgl. Pausen); Distanz: 12.2 km, Aufstieg 359 HM, Abstieg 616 HM, Schwierigkeit T2; gute körperliche Verfassung, mittlere Kondition
PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!
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