Muttner Hora – An einem der einsamsten Orte Graubündens

Allein schon wegen der Anfahrt lohnt es sich, in Obermutten wandern zu gehen. Das Postauto (mind. 1h vor Abfahrt reservieren unter http://www.postauto.ch/90.521 oder Telefon +41 848 818 818) führt einen ab Thusis der bekannten Solsibrücke vorbei in die Höhe. Die Strasse wird dabei immer enger und Häuser rarer. Spätestens wenn das Postauto die letzten Meter auf unbefestigter Strasse überwindet, fragt man sich unweigerlich, ob nun tatsächlich noch ein Dorf kommen werde. Und es kommt. Traumhaft idyllisch präsentiert sich das Walserdorf auf einem Sattel zwischen der Muttner Hehi (2001 müM) und dem Muttner Hora (2394 müM). Dass es sich dabei um ein relativ junges Dorf handelt, sieht man auf den ersten Blick kaum. Am 25. April 1946 brannte es hier aber lichterloh und zahlreiche Gebäude fielen dem Feuer zum Opfer. Stilgerecht wurde wieder aufgebaut. Die weit herum bekannte reformierte Kirche von 1718 blieb von der Feuersbrunst glücklicherweise verschont. In ihrer Schlichtheit ist die aus Lärchenholz gebaute Kirche kaum zu übertreffen, ihre Besichtigung ein MUSS. 

Ein traditionelles Holzgebäude mit Spitzturm und Schindeldach in einer nebeligen alpinen Landschaft, umgeben von Wiesen und weiteren Holzhäusern.
Lärchenkirche Obermutten aus dem Jahre 1718

Natur pur

Nachdem wir uns im heimeligen Dorf ausgiebig umgesehen haben, machen wir uns auf den Weg in Richtung Süden, stets unser Tagesziel vor Augen. Die ersten Meter im Aufstieg auf der Alpstrasse haben es in sich. Doch dann wird es rasch wieder flacher und der Weg führt über offenes Gelände auf die Muttner Alp. Eindrücklich, wie sich hier der Piz Beverin auf der gegenüberliegenden Talseite lieblich zu erkennen gibt. Bei der Alp angekommen biegen wir nach links ab und folgen der Alpstrasse für ca. 250 Meter. Danach geht es rechts weg auf eine Trampelpfad. Ab hier ist aufmerksames Wandern angesagt, bzw. leisten die gpx-Daten wertvolle Hilfe. Der Weg ist bis auf den Gipfel wohl noch gut als solchen erkennbar, aber nicht mehr als Wanderweg markiert. Nach gut 400 Meter zieht der Weg in einer Rechtskurve hoch auf den Grat. Kurz darauf erreichen wir bereits den Gipfel. Auf dem weiteren Weg bleiben wir konsequent auf dem Grat. Dabei passieren wir wunderschöne Bergseelein und geniessen eine herrliche Alpenflora. Bei Punkt 2340 gelangen wir wieder in offenes Gelände. Hier biegen wir nach links ab und wandern querfeldein in Richtung ‚Uf da Bejda‘. Schon nach kurzer Zeit erreichen wir den offiziellen Wanderweg. Auf diesem bleiben wir und erreichen über die Muttner Alp wieder den Ausgangsort. Nun haben wir uns eine Stärkung im Berggasthaus Post (Mo/Di Ruhetag) verdient! 

Ein Wanderer steht auf einem Berggipfel und schaut auf die Schweizer Flagge, umgeben von blühenden Wiesen unter einem blauen Himmel.

TIPP: Erwin Wyss vom Museumsverein Mutten führt auf Voranmeldung (Tel. 079 256 13 66) gerne individuelle Dorf- und Kirchenführungen durch. Es lohnt sich.

Panoramablick auf eine alpine Landschaft mit einem kleinen See, umgeben von grünen Wiesen und Bergen im Hintergrund, teilweise von Wolken bedeckt.
Blick in Richtung Rheinwald

TOP: Mit etwas Glück begegnen wir unterwegs Steinadler und/oder Bartgeier. Diese nutzen gerne die Thermik und tauchen oft unverhofft und recht nah am Himmel auf.

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Eine malerische Aussicht auf das Walserdorf in Obermutten, umgeben von Bergen und Natur.
Meiers Wandertipp: Erschienen am 10.7.2025 in den Zeitungen Südostschweiz und Bündner Tagblatt

Eckwerte zur Tour: Wanderzeit: rund 3 1/4 h (zzgl. Pausen); Distanz: 8.4 km, Aufstieg 596 HM, Abstieg 595 HM, Schwierigkeit T2; gute körperliche Verfassung, mittlere Kondition, trittsicher Einkehrmöglichkeiten: ja, Trinkwasser: Ja. öV-Ticket ab Chur: CHF 27.00 (2. Kl. Hin- und zurück, 1/2-Tax)


PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!



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Michael Meier

Zu Fuss unterwegs im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei Sonne, Regen oder Schnee mit und ohne Schneeschuhen. Ganz egal. Wichtig ist mir, mit frischem Geist und offenen Augen meine (Um-)Welt immer wieder neu zu entdecken und zu erleben. Die Foto-Kamera begleitet mich dabei, das Erlebte bildlich festzuhalten, um dann und wann einen Blog zu verfassen. Schön, wenn sich dadurch zahlreiche naturbegeisterte Menschen für eine geführte Wanderung mit mir motivieren lassen.