Am Lai Grond vorbei nach Preda

Mit seinen 3’338 müM steht der Piz Ela mächtig und weit herum sichtbar da. Das war allerdings nicht immer so. Vor 250 Mio. Jahren lag hier noch ein flaches, tropisches Meer. Auf seinem Grund haben sich Sande, Kalke und Muscheln abgelagert. Diese finden wir heute wieder weit oben in den Bergen. Dazu hat die Verformung der Landschaft bei der Alpenbildung beigetragen. Markant aus dieser Zeit ist auch der gelbliche Dolomit, dem wir unterwegs begegnen. Man braucht also gar nicht weit in die Ferne zu reisen, um Hauptdolomit hautnah zu erleben. Auch sonst gibt es auf der Wanderung von Pensa am Lai Grond vorbei nach Preda einiges zu entdecken. Der grösste Naturpark der Schweiz führt einen eindrücklich vor Augen, welche eindrückliche, wilde Gebiete wir in unserem Kanton noch haben. Imposant, wenn wir am Ufer des Lai Grond stehen und unseren Blick den schrofen, brüchigen Wänden nach hoch zum Gipfel wandern lassen. Gigantisch müssen die Kräfte gewesen sein, die solche Werke entstehen liessen. Eindrücklich auch das Panorama, das uns auf der Furschela da Tschitta umgibt. Dass ‚Tschitta‘ zu Deutsch Schmetterling bedeutet, können wir uns hier gut vorstellen und merken.

Zwei Wanderer gehen einen Pfad entlang eines Gewässers, umgeben von grünen Wiesen und Bergen im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.
Lai Grond – Blick Richtung Piz Platta

 

Teil der Wandertrophy 2025

Mit dem Alpentaxi lassen wir uns von Savognin, Posta nach Pensa fahren. Dort beginnen wir die anspruchsvolle Wanderung bei der Brücke auf 1659 m.ü.M. Angenehm ansteigend führt der Alpweg hoch zur Alp Viglia und ins Cotschna. Spätestens auf der Alp gönnen wir uns eine erste Pause und erfreuen uns an den zahlreichen Murmeltieren rundum. Hinten im Cotschna beginnt der Weg dann stark zu steigen. Eine gute Stunde später erreichen wir den Lai Grond auf 2595 m.ü.M. Hier QR Code am Wegweiser scannen und an der Wandertrophy teinehmen! Nach weiteren 200 Höhenmetern erreichen wir den höchsten Punkt der Wanderung. Auf dem folgenden Abstieg sind wir froh, die Wanderstöcke bewusst einsetzen zu können. Sie stützen nicht nur, sie geben im teils rutschigen Gelände auch wertvollen Halt. Die karge alpine Landschaft wid nun rasch wieder grüner und bewachsener. Was wächst dort und was blüht denn da? Das Smartphone analysiert auf hochtouren. Im Talboden angekommen bleiben wir auf der linken Talseite und wandern die letzte halbe Stunde genüsslich der Albula entlang bis zum Bahnhof Preda. Zug verpasst? Kein Problem: Im Hotel Preda Kulm lässt sich die Wartezeit hervorragend überbrücken.

Blick von einem Bergpfad mit schroffen Felsen und einer markierten Wandertafel, die auf die umliegenden Berge und eine dramatische Wolkenlandschaft zeigt.
Furschela da Tschitta – Blick in Richtung Piz Kesch

 

TIPP: Di & Fr bietet Tourismus Val Surses reservationspflichtige Fahrten nach Pensa an. Alternativ gibt es den Wanderbus Surses von Taxi Jäger (www.wanderbussurses.ch).

Eine Schlange kriecht über einen mit Moos und Flechten bedeckten Felsen in den Bergen, umgeben von farbigen Markierungen auf dem Stein.
Einzigartige Begegnung auf Bergwanderwegen

 

TOP: Murmeltiere, Steinwild, Gämsen, Hirsche, Reptilien, Steinadler. Im Parc Ela lohnt es sich, den Feldstecher mitzutragen. Es gibt laufend etwas zu entdecken.

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Artikel über eine Wanderung am Lai Grond nach Preda. Enthält Wegbeschreibung, Informationen zur Tour und Naturbeobachtungen, einschließlich Murmeltieren.
Meiers Wandertipp: Erschienen am 6.8.2025 in den Zeitungen Südostschweiz und Bündner Tagblatt

Eckwerte zur Tour: Wanderzeit: rund 6 h (zzgl. Pausen); Distanz: 14.7 km, Aufstieg 1246 HM, Abstieg 1116 HM, Schwierigkeit T3;sehrgute körperliche Verfassung, gute Kondition, trittsicher Einkehrmöglichkeiten: nein, Trinkwasser: Ja. öV-Ticket ab Chur: CHF 25.00 (2. Kl. Hin- und zurück, 1/2-Tax)


PS: Hier findest du die nächsten tollen geführten Wanderangebote mit mir. Nichts Passendes gefunden? Lass uns individuell eine geführte Tour aushecken… Mail und/oder Anruf genügt :-). Bis bald!



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Michael Meier

Zu Fuss unterwegs im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei Sonne, Regen oder Schnee mit und ohne Schneeschuhen. Ganz egal. Wichtig ist mir, mit frischem Geist und offenen Augen meine (Um-)Welt immer wieder neu zu entdecken und zu erleben. Die Foto-Kamera begleitet mich dabei, das Erlebte bildlich festzuhalten, um dann und wann einen Blog zu verfassen. Schön, wenn sich dadurch zahlreiche naturbegeisterte Menschen für eine geführte Wanderung mit mir motivieren lassen.